359 Drehungen. 348 verifizierte E-Mail-Adressen. Ein einziger Abend. Das sind die Zahlen, die das evers Unterweitersdorf am Tag nach seiner ersten winpop-Nacht gesehen hat. Kein Werbebudget, kein zusätzliches Personal, kein technisches Vorwissen. Nur ein QR-Code am Tisch und Gäste, die Spaß daran hatten, ihn zu scannen.
Diese Case Study beschreibt, was passiert ist – und was andere Gastronomiebetriebe daraus mitnehmen können.
Die Ausgangslage: kein Newsletter, keine Kundendaten
Das evers ist ein gut besuchter Club in Unterweitersdorf, Oberösterreich. Gute Küche, treue Stammgäste, volle Tische am Wochenende. Und trotzdem: Null Möglichkeit, Gäste nach dem Abend nochmal zu erreichen.
Kein Newsletter. Keine E-Mail-Liste. Keine Kundendatenbank. Wenn Gäste das Lokal verließen, waren sie weg – bis zum nächsten Mal, das vielleicht nie kam. Ankündigungen liefen über Instagram und Facebook, aber beides hat denselben blinden Fleck: Du bist davon abhängig, dass der Algorithmus deine Posts zeigt. Und das tut er immer weniger.
Der Betrieb wollte das ändern – aber ohne großen Aufwand und ohne ein System, das jemanden braucht, der es laufend betreut.
Die Entscheidung: digitales Glücksrad ausprobieren
Ein befreundeter Gastronom hatte winpop bereits im Einsatz und hatte davon erzählt. Die Idee: Gäste scannen einen QR-Code, geben ihre E-Mail-Adresse ein und drehen ein digitales Glücksrad – mit echten Gewinnen, die der Betrieb selbst festlegt. Die Einwilligung zum Newsletter-Empfang ist Teil des Prozesses. Alles DSGVO-konform, alles automatisch dokumentiert.
Der entscheidende Punkt war: Es klingt einfach genug, um es an einem Abend auszuprobieren. Wenn es nichts bringt, war der Aufwand gering. Wenn es funktioniert, hat man etwas Bleibendes.
Der Setup: Gewinnfelder, QR-Code, 5 Minuten
Die Konfiguration des Rades hat tatsächlich keine halbe Stunde gebraucht. Die Gewinnfelder wurden so gewählt, dass sie attraktiv, aber für den Betrieb kalkulierbar waren:
- Gratis Dessert bei nächstem Besuch
- 10% Rabatt auf die nächste Rechnung
- Freigetränk nach Wahl
- 2-für-1 Hauptspeise (Montag–Mittwoch)
- Hausgemachte Marmelade zum Mitnehmen
Die Segmentverteilung wurde so gewählt, dass der Gratis-Dessert am häufigsten erscheint – niedrigster Warenwert, höchste Freude beim Gast. Die exklusive 2-für-1-Aktion war selten, aber wenn sie kam, war die Begeisterung entsprechend groß.
Der QR-Code wurde auf kleinen Aufstellern ausgedruckt und auf jeden Tisch gestellt. Kein besonderer Hinweis vom Personal, kein aktives Ansprechen. Der Aufsteller hat für sich gesprochen.
Setup-Zeit: Unter 15 Minuten vom Account erstellen bis zum fertigen QR-Code auf dem Tisch. Die Farben des Rades wurden an das evers-Branding angepasst, das Logo eingefügt – fertig.
Der Abend: Gäste drehen, ohne gefragt zu werden
Was danach passierte, war für das Team überraschend. Nicht weil das Glücksrad funktioniert hat – das war die Erwartung. Sondern wie es funktioniert hat.
Die ersten Gäste haben den QR-Code gescannt, weil sie neugierig waren. Dann haben andere am Nebentisch zugeschaut. Dann haben die auch gescannt. Die Tische haben sich gegenseitig angesteckt. Menschen haben laut gerufen, was sie gewonnen haben. Eine Gruppe hat das Ergebnis mit dem Handy fotografiert, um es zu teilen.
Das Personal musste nichts tun. Die Interaktion war vollständig selbsttragend. Das Glücksrad hat sich sozial verbreitet – von Tisch zu Tisch, ohne Aufforderung.
Am Ende des Abends: 359 abgeschlossene Drehungen.
Die Zahlen: 97% Verifizierungsquote
Die 97% Verifizierungsquote bedeutet: Von 359 Personen, die das Rad gedreht haben, haben 348 eine echte E-Mail-Adresse angegeben und die Einwilligung bestätigt. Nur 11 haben den Prozess abgebrochen oder eine ungültige Adresse eingegeben.
Das ist kein Zufall. Wenn ein Gast bereits dreht – also den QR-Code gescannt, das Rad gesehen und die Spannung erlebt hat – ist er motiviert, den letzten Schritt zu gehen. Der Gewinn erscheint erst nach der Eingabe. Der Anreiz wirkt genau dort, wo er soll.
Was danach passierte: der erste Newsletter
In der Woche nach dem Abend wurde der erste Newsletter verschickt. Betreffzeile: "Du hast beim evers gedreht – hier ist dein Gewinn." Darin ein Verweis auf die eingelösbaren Preise und ein kurzer Ausblick auf das nächste Event.
Die Öffnungsrate lag bei 54%. Zum Vergleich: Branchendurchschnitt für Gastronomie-Newsletter liegt laut Mailchimp bei etwa 20–22%. Die Erklärung ist einfach – die Liste war frisch, die Empfänger erinnerten sich an den Abend, und der Betreff hat direkt an das Erlebnis angeknüpft.
Mehrere Rückmeldungen kamen per Antwort auf die E-Mail: Wann kann ich den Gutschein einlösen? Gibt es das Rad auch beim nächsten Mal? Ein Gast hat geschrieben, er komme extra vorbei, weil er das Freigetränk noch nicht vergessen hätte.
Das ist der Unterschied zwischen einem Instagram-Follower und einem E-Mail-Kontakt: Einer davon antwortet dir.
Was andere Betriebe daraus mitnehmen können
1. Der erste Abend ist der wichtigste
Der größte Fehler, den Gastronomen machen: Sie richten das Rad ein und stellen es still in eine Ecke. Das evers hat die Aufsteller auf jeden Tisch gestellt. Sichtbarkeit ist alles. Wenn der QR-Code da ist, wo Gäste sowieso hinschauen – zwischen Wasserglas und Brotkorb – braucht es keine Ansage.
2. Die Gewinnfelder müssen echt sein
"10% Rabatt" klingt gut. Aber "Gratis Hausgemachtes" oder "Freigetränk deiner Wahl" fühlt sich echter an. Gäste spüren, ob ein Angebot gemeint ist oder nur als Köder funktioniert. Beim evers waren alle Preise sofort einlösbar – das hat das Vertrauen gestärkt.
3. Die Liste sofort nutzen
Wer 348 Kontakte sammelt und drei Monate nichts damit macht, verschenkt den Effekt. Beim evers wurde der erste Newsletter innerhalb einer Woche verschickt – während der Abend noch frisch in Erinnerung war. Je schneller die erste Kontaktaufnahme, desto höher die Öffnungsrate.
4. Wiederholen schlägt optimieren
Das Rad muss nicht beim ersten Mal perfekt sein. Die Gewinnfelder können angepasst werden, das Design verfeinert, die Texte gestrafft. Was zählt: Dass du es wieder einsetzt. Ein einmaliger Abend mit 348 Kontakten ist gut. Drei Abende im Jahr mit je 200 sind besser.
Zum Vergleich aus der Praxis: Das empire St. Martin hat 2.197 Drehungen an einem einzigen Abend erreicht und inzwischen über 2.600 Kontakte insgesamt aufgebaut. Tante Kaethe Linz setzt ein Dessert-Rad ein und generiert Leads von fast jedem Tisch – ohne dass das Personal aktiv anspricht. Das ist kein Zufall, das ist Skalierung eines einfachen Mechanismus.
Fazit
348 neue Kontakte in einer Nacht sind kein Glücksfall. Sie sind das Ergebnis eines einfachen Prinzips: Gäste tun gerne etwas, wenn es ihnen Spaß macht und etwas einbringt. Das Glücksrad verbindet beides. Die E-Mail-Adresse ist der Preis, den sie dafür zahlen – und den meisten ist das einen Dreh wert.
Was das evers nach diesem Abend hatte, war mehr als eine Liste. Es war ein Kanal. Ein direkter Draht zu Gästen, die das Lokal kennen, die einen schönen Abend dort hatten – und die wieder kommen könnten, wenn man sie rechtzeitig erinnert.
Das ist der Wert, den kein Instagram-Algorithmus ersetzen kann.
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